In der Weite

(zu einem Lied Psalm 36 von Fritz Baltruweit)

 

 

In der Weite des Himmels

Schwebt ein Engel, der sagt: geht, aber geht mit Gott!

Wenn ihr geht, achtet aufeinander, wer ihr seid, 

auf das Leben, das webt und alles durchzieht, 

auf eure Herzen, die Lüfte, das Wasser, auf euch. 

Wenn ihr geht, geht mit mir, sagt Gott.

 

 

In der Weite des Himmels

Ist ein Gott, der sagt: wie schön ihr Menschenkinder seid, 

mit euren Rissen, eurer Unvollkommenheit!

Alles habe ich wohl bedacht, euch Wege geebnet, im Chaos, bei Nacht. 

Ich habe euch Frieden gebracht, 

liebt euch, so wie ihr seid. 

 

In der Weite des Himmels

Blühen wir vor dir auf, mit dir wird alles Enge weit und neu die Gestalt dieser Erde. 

Für die Weite, die du schenkst, danken wir, Herr. 

Für die Güte, die uns in der Tiefe bewahrt, 

die uns Wasser unterm Kiel gibt und ein Ufer jeden Tag und Menschen, die uns begrüßen. 

 

Dass die Grenzen offen sind und die Herzen weit und ein Wort da ist, 

das uns verbindet, Herr, schenk uns das jeden Tag!

 

Lass uns weitergeben die Schönheit, die wir sehen und lass uns von deiner Güte erzählen, 

die in fremden Ländern und Herzen für uns wohnt. 

 

Denn in deinem Licht blühen wir auf.

AMEN

 

 

 

Kyrie

 

Wo komm ich her und wo geh ich hin?

Wo ist Liebe und wo ist Lebendigkeit?

Wer nimmt mich an, so wie ich bin?

Herr, komm zu uns und erbarme dich, 

schenk uns Leben, Sinn und Kraft!

AMEN

 

 

Den Film, vor und zurück

 

HERR, steh mit uns auf,

nicht erst, wenn es zu spät ist!

 

Rüttle uns wach,

gib uns den Mut, einzugreifen mit unsrer Stimme,

mit einem Wort,

 

wenn alles nur brüllt: Kreuzige ihn!

dann gib uns Kraft, Nein! in der Masse zu sagen

 

Steh mit uns auf,

hol uns heraus aus unsrem Versagen

aus der Schuld, die uns quält,

dem Gewissen, das drückt.

 

HERR, steh auf mit uns, spul den Film von Karfreitag vor und zurück,

zeig uns die Folgen von unsrem Tun.

Erinnern heißt bei dir Erlösen.

 

Erinnere uns an Golgatha und zeig uns den Weg ins Leben.

AMEN

 

 

 

 

great again

 

strong! – wealthy! – great again!

reden ohne zu reden

 

 

reden ohne zu sagen:

Wer macht wie was und für wen?

 

Reden und Feuer machen am Herd - 

ohne Essen zu kochen für Hungrige

 

Herr, fall uns ins Wort,

wenn wir auftrumpfen mit unsrer Leere!

Lass uns Feuer machen und Essen kochen für Hungernde,

 

 

und ansonsten: Nimm uns die Zündhölzer fort! AMEN

 

 

 

 

 

Was für ein Auftritt

 

Kamst in die Welt

eine Herrlichkeit

 

Hast dich zu uns an den Tisch gesetzt

hast das Licht im Dunkeln angemacht

uns ausgerichtet wie ein Schiff im Wind

 

Was für ein Auftritt, mein Gott,

kamst als Kind bei uns an

und den Namen durften wir dir geben

 

Du lehrst uns zu singen in der Finsternis

wenn der Mond aufgeht in die Zukunft zu sehen

 

Was für ein Auftritt mein Gott,

kommst, bringst Licht und blendest uns nicht

 

Lass uns doch alle so sein. AMEN

 

 

 

Für unterwegs

 

Barmherziger Gott, 

die Welt ist im Aufruhr und wir voller Fragen: 

Woher kommt uns Hilfe? Wie werden wir im Frieden alt?

 

Charlie Hebdo, Paris, Berlin, Syrien und Istanbul - 

die Welt zeigt ihre Wunden.

 

Bewahre uns, HERR, nicht nur vor der Sonne am Tag und dem Mond, der uns nachts sticht. 

Bewahre uns vor Wut, Rache und Hass. 

 

Gib uns deinen Geist, dass wir Wege des Friedens gehen und in Demut

das Unfassbare tragen

 

Im Namen unseres Herrn, Jesus Christus. 

AMEN

 

 

 

Neujahr

 

Ein neues Jahr, HERR, und ein alter Wunsch: 

Jedem sein Brot und keinem eine Waffe in die Hand, HERR, 

darum bitten wir sehr

 

Ein Haus für jeden und über allen dein Stern, der uns hinführt

zu dem Kind in der Krippe

 

 

 

Meine Seele wartet auf den HERRN

 

Meine Seele wartet auf den HERRN mehr als die Wächter auf den Morgen

sie wartet auf Dich, HERR, wie die Kinder auf Lichterglanz und Geschenkeglück

 

Sie wartet, unablässig, siehst du das, HERR?

Sie wartet mit denen, die geduldet sind, nur geduldet in unserem Land

und sie wartet mit denen, die verängstigt sind, weil keiner mehr weiß, ob die Arbeit auch bleibt

im globalen Handel der Welt

 

Sie wartet mit denen, die noch lachen und spielen können,

sie wartet und sehnt sich nach Dir, HERR, mehr als die Wächter auf den Morgen,

mehr als die Vögel auf die Welt hinterm Schnee

 

Sie wartet, HERR, siehst du das?

Sie wartet mit denen, die krank geworden sind

mit den Menschen in Dörfern, wo keine Hoffnung mehr rauscht,

wo nur der Fernseher noch glimmt

 

Sie wartet, HERR, wann kommst Du, mein Gott,

wann kommst Du und breitest deinen Frieden aus 

wie ein weißes Tischtuch im Advent?

 

Wann kommst Du und hältst den Kranken die Hand

und stellst leise deinen Engel neben uns auf?

 

Wann kommst Du und wirst mit uns übers Wasser gehen

über alles, was tief ist und schwer?

 

Komm und streich uns sanft übers Herz, setz uns deine Fackel bei

und geh mit uns himmelwärts

AMEN

 

 

 

 

Jetzt

 

Siehe, jetzt, nicht später, irgendwann

Jetzt ist der Tag des Heils, hast Du gesagt

 

Komm, Herr, mach uns die Augen auf!

Fahr die Herzen hoch

und schenk uns deine sieben Sinne!

 

Dein Feingefühl für den Frieden,

gib es uns jetzt, nicht später, irgendwann

 

Du breitest den Teppich deines Friedens aus.

Betreten erwünscht, hast Du in Christus gesagt, kommt,

probiert meine Wege aus!

 

Mitschweben, alles mal anders ansehen,

das Schwere mit göttlicher Distanz

Danke für den Frieden, den du schenkst

 

Danke, Herr und AMEN

 

 

 

Was bleibt

 

Was am Ende bleibt

Noch nicht mal Schulden, hast du gesagt

Vielleicht ein leeres Hemd

und Schuhe, die keiner mehr braucht

 

Was am Ende bleibt

Mein Wort, das trägt euch fort

ins große, ewige Leben.

 

 

So wird es sein. So darf es sein, mein Gott. 

 

 

 

Amen.

Bist du da, Gott?

Bist du da, wie die Bank, auf der ich sitze?

Wie die Lehne, die mich hält?

 

Bist du da im Licht der Kerze, die noch brennt?

Und siehst du meine Tränen?

 

Wenn du da bist, dann komm her und mach was draus, 

verwandle sie in einen Traum

 

Und wenn du kommst, dann komme sanft

Wisch den Staub von den Träumen des Anfangs fort

 

Komm, und wenn du kommst, komme bald, 

denn allein will ich nicht gehen